TWHBEA Director Germany

2008-10-13

Anna Holstermann


Liebe Mitglieder der TWHBEA,

da ich in den letzten 4 Wochen außer Landes war, möchte ich mich spät -aber vielleicht noch nicht zu spät- an Sie wenden.

Nach der Bekanntgabe der TWHBEA, die Europameisterschaft 2008 selbst auszurichten anstatt Organisation und Durchführung den Europäischen Direktoren zu überlassen, habe ich eine Anfrage an die TWHBEA gestellt, ob ich überhaupt die Kriterien erfülle um kandidieren zu können. Ich war der Ansicht, in diesem Fall durch organisatorische Mithilfe zu einer Verbesserung der Shows beitragen zu können, die in den vergangenen Jahren nicht besser, sondern schlechter geworden sind. Die Chance, Aspekte des Tierschutzes stärker zu berücksichtigen, und die Show wieder auf eine Basis zu stellen, die Fairness und Chancengleichheit aller Teilnehmer gewährleistet, hätte mich zur Kandidatur bewogen.
TWHBEA hat mich jedoch ohne meine Erklärung der Kandidatur gleich auf die Liste gesetzt, so dass mein Name dort nun zur Wahl steht.

Zum Zeitpunkt meiner Anfrage bei der TWHBEA hatte ich allerdings noch die naive Vorstellung, dass die TWHBEA aus Gründen der Fairness die EM übernehmen wolle.
Nachdem wir aber die Ausschreibung und den Ablauf der TWHBEA- EM in Steinhagen genau beobachtet haben, und die Mitglieder des Internationalen Komitees bekannt gegeben wurden, ist für mich klar, in welche Richtung die TWHBEA strebt.
Die Aufteilung der 30 teilnehmenden Pferde in 4 Kategorien in 90 gerittenen Klassen, die Möglichkeit, Pferde mit bis zu 900g schweren Hufeisen vorzustellen und –was tatsächlich in Steinhagen auch vorgekommen ist- junge Pferde unter 4 Jahren innerhalb von 45 Stunden durch 30 Klassen zu scheuchen, um Champion zu werden, das überschreitet für mich die Grenzen des artgerechten Umganges mit Pferden bei weitem.

Eine solche Showpolitik, die dem Image der Tennessee Walker schadet, ist mit meiner Grundeinstellung nicht vereinbar.

Die Entscheidung der TWHBEA, den ETWHA Link (einer Organisation, die zwar nicht immer mit der TWHBEA konform geht, aber dennoch einen Grossteil der Arbeit der Equitana der vergangenen Jahre geleistet hat und das TWH nach bestem Wissen und Gewissen promoted) von ihrer Homepage zu streichen, ohne der ETWHA jemals eine Abmahnung oder auch nur eine Mitteilung darüber gegeben zu haben, ist ebenfalls nicht seriös.
Die ignorante Machtpolitik hat die TWHBEA in den vergangenen Jahren in den USA an den Rand der Existenz gebracht, nun will eine TWHBEA orientierte Gruppe auch hier für Deutschland entsprechend arbeiten. Dabei werden die mehrheitlichen Interessen der einzelnen deutschen TWHBEA- Mitglieder sicher kein Gewicht haben. Ich sehe bei den derzeitigen Verhältnissen keine Möglichkeit, dieses zu ändern.

Daher habe ich in der vergangenen Woche bei der TWHBEA in Lewisburg eine Erklärung abgegeben, dass ich selbst im Falle meiner Wahl auf das Amt verzichten würde.

Mit freundliche Grüßen

Anna Holstermann

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