Gedanken zu TWHs

2008-10-16

Birgit Dresel


An alle TWH Besitzer und Liebhaber,

Auslöser dieser Mail ist die Stellungnahme von Anna Holstermann im Natural Walking Horses Forum , welche mir zugesandt wurde.

Einige unter Ihnen kennen mich schon lange und viele nur vom Hörensagen. Der Grund, mich an alle Menschen, die diese Pferde mögen zu wenden ist der, dass ich, nachdem ich nunmehr 10 J. geschwiegen habe und die Entwicklung des TWH mit wachsender Sorge beobachte, einfach nicht länger schweigen möchte.

Wenn es noch mal eine Chance für diese Rasse geben soll, dann nur wenn WIR - und ich meine wir - uns zusammen tun! Nur gemeinsam sind wir stark.

Was die Promotion der TWH durch die ETWHA anbelangt, bin ich völlig anderer Meinung als Anna. Aber was Anna von Steinhagen berichtet , übersteigt meine schlimmsten Befürchtungen.

Als ich von der Übernahme der Amis hörte, war ich erst begeistert und dachte mir dies als neue Chance und vor allen endlich mehr Professionalität.

Meine Hoffnung ging soweit, dass ich dachte, (auch etwas blauäugig wie Anna) die Amis hätten aus den Fehlern im eigenen Land gelernt, um hier bei uns in Europa nicht mit dem gleichen alten Mief anzufangen sondern wirklich ein Programm aufzulegen, das der Rasse und den Menschen die sie haben, etwas nützt.

Als ich die Ausschreibung von Steinhagen bekam war mir schlagartig klar, dass ich mich geirrt habe. Um nicht wieder als Quertreiberin zu gelten, sagte ich nichts zu dem Ganzen. Wie schon oben gesagt: alleine kann hier keiner was ändern.

Wir brauchen weder den nächsten Verein noch eine neue Gesinnung!

Was wir und unsere TWH`s brauchen, ist Zusammenhalt und endlich ein radikales Aufräumen mit den ganzen alten Querelen, von denen die meisten Menschen mittlerweile den Ursprung nicht mal mehr kennen.

Lasst uns das in die Hand nehmen, was Frank Jugert vor 8 Jahren machen wollte „ die Szene vereinen“!

Lasst Uns das TWH in den Mittelpunkt stellen, denn die meisten von uns wollen doch das Gleiche: nämlich gute natürlich gehende Pferde und das ist doch erreichbar! Wir haben gutes Material in Europa, aber Zucht muss genauso planvoll betrieben werden wie Öffentlichkeitsarbeit.

Oder Die Turnierszene: Ist es denn nicht besser, Turniere im kleineren Rahmen zu machen wie Ulrike Munnes-Jugert vorschlug?

Statt Meisterschaften . Fragwürdig auch die Klassen, in denen zwei Pferde starten und das schlechtere zweiter wird und dann als Vizemeister zum Decken angeboten wird.

Das ist nicht nur Selbstbetrug, sondern auch Betrug am Kunden. Solche Sachen rächen sich früher oder später.

Meine Gedanken sind als Diskussionsanstoß gedacht. Kritik, Zustimmung und neue Ideen bitte gerne!

Jeder sollte sich über die bedenkliche Entwicklung in der TWH Szene Gedanken machen und sich dazu äußern.

Bitte helft alle mit, die Menschen, die diese Pferde wirklich lieben und nicht nur Profit und Selbstdarstellung in ihnen sehen, an einen Tisch zu bekommen.

Frau Munnes-Jugert schrieb von dem Kuchen der doch für alle groß genug wäre. Ja, das ist er, wenn wir zuallererst dafür sorgen, dass es Menschen gibt, die den Kuchen überhaupt haben wollen. Das gesamte Image der TWH`s muss neu aufgebaut werden. Dafür wird jeder gebraucht .Jeder der gewillt ist, diese große Aufgabe mit zu gestalten. Jeder der das, was er gut kann, bereit ist für unsere THW's zu geben Es ist nicht wichtig, die nächste Equitana zu besuchen oder die nächste Europameisterschaft auszurichten, wo doch niemand sich für das, was wir da machen, interessiert. Erst ein klar strukturiertes Ziel erstellen und dann aufbauen. Wenn WIR dann etwas zum zeigen haben, was wieder das Feuer entzündet, welches einmal uns und viele andere zu den Walkern brachte, dann ist auch Öffentlichkeitsarbeit gefragt.

Kein Selbstbetrug mehr!

Pferdegerechte Ausbildung, keine Extreme - weder in die eine noch in die andere Richtung. Gesunde Mitte.

Wenn wir gemeinsam z.B. ein Zuchtziel entwickeln, haben wir viel zu tun, aber es würde sich lohnen, denn: sind wir nicht die besten Pferdezüchter der Welt?

Eine nette professionelle Turnierszene aufbauen, zu der gerne Menschen zum Zuschauen kommen und nicht zum Cola oder Pommes holen gehen, wenn die Walker kommen. Eine Szene die dem Sportreiter und dem Freizeitreiter gerecht wird. Eine Szene die nicht die " Neuen" oder Schwächeren als Statisten für ihre eigene Selbstdarstellung benutzen.

Mit Richtern, die gewillt sind, sich in den Walk ein zu denken. Oder auch ruhig Richter, die wissen, was sie tun, aus den USA holen. Alles ist offen. Alles könnte möglich sein. WIR bestimmen.

Es gibt genug altes Filmmaterial von den Gründerpferden. Wollen das nicht die meisten von uns: sich die Alten zum Vorbild nehmen? Lasst uns nach dem streben, was die Väter der Walkerzucht vor Augen hatten, und dies durch gezielte Zucht verbessern. Das Vielseitige in der Rasse nutzen aber auch verantwortungsvoll verkaufen. Nicht nur den Profit im Sinn haben. Das ist kurz gedacht.

Züchter unter einem Dach. Eine Vereinigung aller Züchter, die zusammenarbeiten und die Kunden mit Kompetenz beraten, statt Einer gegen den Anderen.

Lasst es uns in Angriff nehmen TWH Freunde. Meint Ihr nicht auch, dass es Zeit ist für einen Wandel?

Beim rauchen der Friedenspfeife kommen die besten Ideen.... Wer raucht mit?

In diesem Sinne

Birgit Dresel

Und: würdet Ihr dies bitte an TWH- Freunde weiterleiten? Danke!